Norsk Hydro: Wie Energie- und Ressourceneffizienz die Wettbewerbsfähigkeit stärken können
von Jörg Moshuber, CIO Schoellerbank Invest
In unserer Serie zeigen wir, dass nachhaltiges Investieren weit mehr ist als ein moralischer Imperativ – nämlich Ausdruck einer klugen, zukunftsorientierten „Smart Economy“. In dieser Ausgabe stellen wir Norsk Hydro vor und zeigen, wie der Aluminiumproduzent Energie- und Ressourceneffizienz, Recycling und eine geringere CO₂-Intensität mit wirtschaftlichen Zielsetzungen verbindet.
Aluminium zählt zu den Schlüsselwerkstoffen der industriellen Transformation. Es wird für Stromnetze, Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie, Elektromobilität, Gebäude, Maschinen und moderne Infrastruktur benötigt. Gleichzeitig ist insbesondere die Herstellung von Primäraluminium energieintensiv. Sie hängt daher in hohem Maße von Energiepreisen, Rohstoffkosten und regulatorischen Rahmenbedingungen für CO₂-Emissionen ab.
An diesem Punkt setzt die Strategie von Norsk Hydro an. Das Unternehmen verfolgt den Ansatz, eine geringere CO2-Intensität mit höherer Energie- und Ressourceneffizienz sowie eine Verringerung operativer Risiken zu verbinden. Gelingt dies, kann die Strategie auch langfristig die Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Hydro beschäftigt rund 32.000 Mitarbeiter:innen an mehr als 140 Standorten in fast 40 Ländern. Das Unternehmen deckt wesentliche Teile der Aluminiumwertschöpfungskette ab – von Bauxit und Alumina über Primäraluminium bis hin zu Recycling und Extrusion – und verfügt darüber hinaus über ein eigenes Energiegeschäft.
Ressourceneffizienz als Teil des Kosten- und Risikomanagements
Die Aluminiumproduktion benötigt große Mengen an Energie. Nach Angaben des Unternehmens stammen mittlerweile mehr als 70 % des Stroms für die Primäraluminiumproduktion von Norsk Hydro aus erneuerbaren Quellen. In Norwegen wird Primäraluminium nahezu vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt. Damit verbindet das Unternehmen zwei Ziele, die in energieintensiven Industrien häufig als Spannungsfeld betrachtet werden: die Verringerung von CO₂-Emissionen und eine langfristig besser planbare Energieversorgung.
Ergänzt wird diese Strategie durch langfristige Stromlieferverträge. Im Jahr 2025 schloss Hydro unter anderem neue Vereinbarungen mit den norwegischen Energieversorgern Hafslund Kraft und NTE ab. Beide Unternehmen liefern Strom aus erneuerbaren Energiequellen, insbesondere aus Wasserkraft, einer der wichtigsten erneuerbaren Energiequellen Norwegens. Darüber hinaus investiert Norks Hydro selbst in Energieinfrastruktur. Das geplante Pumpspeicherkraftwerk Illvatn soll beispielsweise jährlich rund 107 GWh zusätzliche erneuerbare Energie bereitstellen.
Auf diese Weise kann Norsk Hydro die CO₂-Intensität seiner Produktion senken, die langfristige Planungssicherheit bei der Energieversorgung erhöhen und die Abhängigkeit von volatilen Energiemärkten verringern. Gerade in einem von geopolitischen Spannungen sowie schwankenden Rohstoff- und Energiepreisen geprägten Umfeld kann dies die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells unterstützen. Dazu tragen auch die geografische Diversifikation und die breite Aufstellung entlang der Wertschöpfungskette bei.
Energie- und Ressourceneffizienz werden damit zu wichtigen Bestandteilen des Kosten- und Risikomanagements.
Besonders deutlich zeigt sich dieser Zusammenhang bei der Modernisierung bestehender Produktionsanlagen. Ein Beispiel ist die Alunorte-Raffinerie in Brasilien, die als weltweit größte Alumina-Raffinerie gilt. Norsk Hydro hat an einem Standort Schweröl durch Erdgas ersetzt und zusätzlich elektrische Dampfkessel installiert. Allein die Umstellung auf Erdgas reduziert die jährlichen CO₂-Emissionen um rund 700.000 Tonnen. Die drei elektrischen Kessel ermöglichen eine weitere Verringerung um bis zu 550.000 Tonnen pro Jahr.
Zusammenmit weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz erreicht Hydro bei Alunorte damit eine jährliche Emissionsreduktion von rund 1,4 Millionen Tonnen gegenüber dem Referenzjahr 2017. Bis 2030 sollen die Emissionen um weitere 30 % sinken. Langfristig verfolgt Norsk Hydro das Ziel , bei der Aluminiumproduktion bis 2050 oder früher Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
Ein weiterer wesentlicher Hebel ist das Recycling. Die Herstellung von Aluminium aus recyceltem Material benötigt nach Angaben des Unternehmens rund 95 % weniger Energie als die Produktion von Primäraluminium. Daher baut Norsk Hydro seine Recyclingkapazitäten und die dafür erforderlichen Technologien kontinuierlich aus. Die von Hydro entwickelte HySort-Technologie nutzt beispielsweise laserinduzierte Spektroskopie, um unterschiedliche Aluminiumlegierungen in Schrottströmen präziser zu identifizieren und zu sortieren.
Mit HalZero arbeitet das Unternehmen zudem an einem Produktionsverfahren, das den traditionellen kohlenstoffbasierten Prozess der Aluminiumherstellung grundlegend verändern soll. Ende 2025 wurde in Porsgrunn eine zweite Testanlage in Betrieb genommen. Parallel dazu forscht Norsk Hydro an weiteren Technologien, darunter Plasma- und wasserstoffbasierte Verfahren.
Automobilindustrie: Automobilindustrie: CO₂-ärmeres Aluminium als Nachfragefaktor
Die Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie zeigt, dass eine geringere CO₂-Intensität zunehmend auch kommerziell relevant wird. Norsk Hydro kooperiert unter anderem mit Mercedes-Benz. Im Jahr 2026 wurde die Partnerschaft ausgeweitet: Mercedes-Benz wird als erster europäischer Automobilhersteller Hydro CIRCAL mit einem Anteil von mindestens 75 % Post-Consumer-Aluminiumschrott für die Serienproduktion der nächsten Generation großer Elektrofahrzeuge einsetzen.
Die Zusammenarbeit verdeutlicht, die wachsende Bedeutung von Materialien mit geringerer CO₂-Intensität industrielle Abnehmer. Für Hersteller wie Norsk Hydro kann eine ressourcenschonendere Produktion Kosten- und Risikovorteile schaffen. Zugleich kann sie die Positionierung gegenüber Kunden stärken, die die Emissionen in ihren eigenen Lieferketten reduzieren wollen.
Fazit: Energie- und Ressourcenenffizienz als „Smart Economics“
Norsk Hydro ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich ökologische und ökonomische Zielsetzungen in einem energieintensiven Industriezweig verbinden lassen. Entscheidend ist dabei weniger, Nachhaltigkeit als isoliertes Unternehmensziel zu betrachten. Vielmehr integriert das Unternehmen ökologische Aspekte in zentrale wirtschaftliche Entscheidungen: Ressourcen werden effizienter eingesetzt, die Energieversorgung langfristig abgesichert, Recyclingkapazitäten ausgebaut und technologische Innovationen vorangetrieben.
Daraus können sich sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile ergeben. Eine höhere Energie- und Ressourceneffizienz kann Kosten und Abhängigkeiten reduzieren. Eine geringere CO₂-Intensität kann zugleich die Position gegenüber Kunden stärken, die die Emissionen ihrers Lieferketten senken müssen. So können konkrete Maßnahmen zur Energieeffizienz, Emissionsreduktion und Kreislaufwirtschaft zu einem Bestandteil langfristiger Wettbewerbsfähigkeit werden– und im besten Fall zu „Smart Economics“.
Norsk Hydro im Überblick
Norsk Hydro - Kursentwicklung 5 Jahre (Juli 2021 – Juli 2026)

Quelle: Bloomberg
Facts & Figures
Unternehmenssitz: Norwegen
Börsenplätze:
- Euronext Oslo Børs (Aktie, Ticker: NHY)
- OTCQX International, USA (ADR, Ticker: NHYDY)
Marktkapitalisierung:
- rund 181 Mrd. NOK bzw. rund 19 Mrd. USD (Stand: 28. August 2026)
Trane Technologies – Nachhaltigkeit als Treiber langfristiger Wertschöpfung
von Jörg Moshuber, CIO Schoellerbank Invest
In unserer Serie „Nachhaltigkeit, die performt“ zeigen wir, dass nachhaltiges Investieren weit mehr ist als ein moralischer Imperativ – nämlich Ausdruck einer klugen, zukunftsorientierten „Smart Economy“. In dieser Ausgabe stellen wir Trane Technologies vor – einen globalen Anbieter von Heiz-, Kühl-, Klima- und Transportkälte-Lösungen, der zeigt, wie Nachhaltigkeit in der Industrie zu einem echten Performancefaktor werden kann.
Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie
Trane Technologies zählt weltweit zu den führenden Anbietern energieeffizienter Heiz-, Kühl- und Klimalösungen. Das Unternehmen hat Nachhaltigkeit als zentralen Bestandteil seiner Unternehmensstrategie verankert. Ziel ist es, den weltweiten Energieverbrauch und die CO2-Emissionen der Kunden nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig das eigene Wachstum mit innovativen Klimatechnologien voranzutreiben.
Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Dekarbonisierung von Gebäuden, die Elektrifizierung, der Einsatz klimafreundlicher Kältemittel sowie die Entwicklung intelligenter Energiemanagementsysteme.
Gigaton Challenge – Nachhaltigkeit als Wachstumstreiber
Den Kern der Nachhaltigkeitsstrategie bildet die 2019 gestartete Gigaton Challenge. Ziel ist es, die CO2-Emissionen der Kunden bis 2030 kumuliert um eine Milliarde Tonnen zu reduzieren. Bis Ende 2025 konnten bereits 331 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden.
Erreicht wird dies durch den verstärkten Einsatz energieeffizienter Wärmepumpen, intelligenter Gebäudetechnik, elektrifizierter Heiz- und Kühlsysteme sowie digitaler Lösungen zur Optimierung des Energieverbrauchs. Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen kontinuierlich neue Produkte, die den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft unterstützen.
Erfolge bei der Reduktion des ökologischen Fußabdrucks
Auch im eigenen Geschäftsbetrieb wurden deutliche Fortschritte erzielt. Seit 2019 konnten die Scope-1- und Scope-2-Emissionen bereits um 59 Prozent reduziert werden. Damit liegt Trane Technologies deutlich vor dem geplanten Reduktionspfad. Zudem stammen bereits 84 Prozent des weltweit eingesetzten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen.
Darüber hinaus arbeiten mittlerweile 80 Prozent der Produktionsstandorte nach dem Prinzip „Zero Waste to Landfill“. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kreislaufwirtschaft: Im Jahr 2025 erzielte Trane Technologies bereits 282 Millionen US-Dollar Umsatz mit wiederaufbereiteten Produkten und Remanufacturing-Dienstleistungen.
Innovation und Kreislaufwirtschaft
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die konsequente Ausrichtung der Innovationsstrategie auf nachhaltige Technologien. Trane Technologies investiert kontinuierlich in Wärmepumpen der nächsten Generation, thermische Energiespeicherung, intelligente Gebäudeautomatisierung sowie KI-gestützte Steuerungssysteme zur Optimierung des Energieverbrauchs.
Bereits seit 2014 treibt das Unternehmen die Umstellung auf Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial voran. Gleichzeitig werden Produkte auf Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit, Wiederverwendung und Remanufacturing ausgelegt. Auch der Einsatz recycelter Materialien wird kontinuierlich erhöht.
Ausblick
Für die kommenden Jahre verfolgt Trane Technologies eine klar definierte Climate Transition Roadmap. Bis 2050 soll entlang der gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null erreicht werden. Bis 2030 sollen die betrieblichen Emissionen deutlich reduziert und die Emissionen aus der Nutzung der verkauften Produkte erheblich gesenkt werden.
Wesentliche Hebel dafür sind der weitere Ausbau energieeffizienter Produkte, die Elektrifizierung von Heiz- und Kühlsystemen, der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien, emissionsärmere Materialien sowie die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz über den gesamten Produktlebenszyklus.
Die Fortschritte werden durch eine umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie wissenschaftsbasierte Klimaziele transparent dokumentiert. Ergänzend bestätigt das unabhängige ISS-STOXX-Corporate-Rating die hohe Qualität des ESG-Managements. Trane Technologies verfügt über Prime-Status und ein Rating von B-. Besonders positiv hervorgehoben werden die ressourcenschonende Produktion, das Gesundheits- und Sicherheitsmanagement sowie die hohe Transparenz und Governance-Struktur.
Trane Technologies im Überblick
Trane Technologies - Kursentwicklung 5 Jahre (Juni 2021 – Juni 2026)

Quelle: Bloomberg
Facts & Figures
Unternehmenssitz: Irland
Börsenplätze:
- Primär: New York Stock Exchange (NYSE); Handel u. a. auch über Xetra und Frankfurt
Marktkapitalisierung:
- rund 106 Mrd. USD bzw. ca. 92-104 Mrd. EUR, je nach Börsenplatz und Stichtag Anfang Juli 2026
Alfa Laval: Effizienz trifft Verantwortung – Technologieführer mit starkem ESG-Profil
von Jörg Moshuber, CIO Schoellerbank Invest
In unserer Serie „Nachhaltigkeit, die performt“ zeigen wir, dass nachhaltiges Investieren weit mehr ist als ein moralischer Imperativ – nämlich Ausdruck einer klugen, zukunftsorientierten „Smart Economy“. In dieser Ausgabe porträtieren wir mit Alfa Laval ein Unternehmen, das technologische Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit überzeugend miteinander verbindet.
Alfa Laval zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Technologien für Wärmeübertragung, Separation und Fluid Handling. Das Unternehmen verbindet industrielle Effizienz mit klaren Nachhaltigkeitszielen und überzeugt mit einem starken ESG-Profil in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.
Das Unternehmen unterstützt Kunden insbesondere in den Bereichen Energie, Lebensmittel, Wasser und Schifffahrt dabei, ihre Prozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Die Nachhaltigkeitsstrategie von Alfa Laval ist tief in das Geschäftsmodell integriert und orientiert sich an den ESG-Kriterien Environmental, Social und Governance. Die vorliegenden Berichte zeigen, dass Alfa Laval in vielen Bereichen über dem Branchendurchschnitt liegt und Nachhaltigkeit als wesentlichen Bestandteil seiner langfristigen Unternehmensstrategie betrachtet.
Environmental (Umwelt)
Im Bereich Umwelt leistet Alfa Laval einen konkreten Beitrag zur Schonung von Ressourcen und zur Senkung von Emissionen. Die Technologien des Unternehmens helfen dabei Energie effizienter zu nutzen, Abwärme zurückzugewinnen Wasseraufbereitung und industriellen Prozesse zu verbessern. Ergänzend dazu verlängern umfangreiche Serviceangebote die Lebensdauer von Anlagen und fördern die Kreislaufwirtschaft.
Die Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf den vier Schwerpunkten „Climate“, „Circularity“, „Caring“ und „Committed“. Alfa Laval verfolgt dabei ambitionierte Klimaziele. Bis 2027sollen die eigenen Betriebe klimaneutral sein, bis 2050 werden Netto-Null-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette angestrebt.
Auch unabhängige Bewertungen bestätigen die gute Umweltleistung des Unternehmens. Laut ISS STOXX – eine der weltweit führenden Ratingagenturen für nachhaltige Geldveranlagungen – weist Alfa Laval über eine überdurchschnittliche Ressourceneffizienz auf. Das Unternehmen arbeitet mit klar definierten Zielen an der Verbesserung der Materialeffizienz und konnte den Energieverbrauch sowie die Emissionsintensität in den vergangenen Jahren kontinuierlich reduzieren. Zudem werden Produkte verstärkt nach Kriterien wie Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit entwickelt.
Besonders relevant ist, dass ein Teil des Produktportfolios direkt zur Lösung globaler Herausforderungen beiträgt – etwa mit Anlagen zur Wasseraufbereitung, Wärmepumpen und Ballastwassersysteme für die Schifffahrt, die zum Schutz mariner Ökosysteme beitragen.
Social (Soziales)
Auch im sozialen Bereich zeigt Alfa Laval ein überzeugendes Profil. Das Unternehmen betrachtet seine mehr als 23.000 Mitarbeitern in über 100 Ländern als einen wesentlichen Erfolgsfaktor. Das Unternehmen investiert kontinuierlich in Aus- und Weiterbildung sowie in die Entwicklung einer Unternehmenskultur, die Zusammenarbeit, Verantwortung und Innovationskraft fördert.
Besonders positiv hervorzuheben ist die Arbeitssicherheit. Im ISS-STOXX-Rating erzielt Alfa Laval im Bereich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz eine überdurchschnittliche Bewertung. Durch umfassende Sicherheitsmanagementsysteme, Schulungen und Präventionsmaßnahmen konnte die Unfallrate in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden. Die Unfallrate wird sogar mit der Bestnote A+ bewertet.
Darüber hinaus setzt Alfa Laval auch entlang der Lieferkette hohe Standards. Lieferanten müssen Anforderungen in Bezug auf Arbeitsrechte und Arbeitsbedingungen erfüllen. Menschenrechte und verantwortungsvolles Handeln sind zudem klar in den Unternehmensrichtlinien verankert.
Governance (Unternehmensführung)
Im Bereich Governance verfügt Alfa Laval über eine solide und transparente Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist fest in die Organisationsstruktur integriert und basiert auf dem sogenannten „Three-Lines-of-Defense“-Modell. Strategische, operative, finanzielle sowie Nachhaltigkeits- und Klimarisiken werden regelmäßig identifiziert und überwacht.
Der Verwaltungsrat weist einen hohen Anteil unabhängiger Mitglieder auf, und auch die Prüfungsausschüsse arbeiten unabhängig. Ergänzt wird dies durch einen Verhaltenskodex, Compliance-Schulungen sowie Maßnahmen zur Korruptionsprävention und zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
Positiv ist zudem, dass keine schwerwiegenden Kontroversen oder Verstöße gegen internationale Normen festgestellt wurden. Dies unterstreicht die verantwortungsvolle Unternehmensführung und stärkt das Vertrauen von Investoren und anderen Stakeholdern.
Fazit
Insgesamt verfügt Alfa Laval über ein starkes ESG-Profil. Das Unternehmen verbindet technologische Innovationskraft mit klar definierten Nachhaltigkeitszielen und einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Besonders hervorzuheben sind die hohe Energieeffizienz der Produkte, die ambitionierten Klimaziele, die überdurchschnittliche Arbeitssicherheit und das umfassende Risikomanagement. Auch wenn Teile des Geschäfts weiterhin Produkte für die Öl- und Gasindustrie umfassen, überwiegen die positiven ESG-Aspekte deutlich. Dass Alfa Laval im ISS-STOXX-Rating als „Prime“-Unternehmen eingestuft wird, unterstreicht diese Einschätzung.
Aus ESG-Sicht ist Alfa Laval damit ein Unternehmen, das langfristige Wertschöpfung mit ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung verbindet und Nachhaltigkeit als strategischen Erfolgsfaktor versteht.
Alfa Laval im Überblick
Alfa Laval - Kursentwicklung 5 Jahre (Mai 2021 - Mai 2026)

Quelle: Bloomberg
ASML: Hightech trifft Nachhaltigkeit – ein ESG-Vorzeigeunternehmen
von Jörg Moshuber, CIO Schoellerbank Invest
Der niederländische Halbleiterausrüster ASML zählt zu den wichtigsten Technologieunternehmen der Welt – ist einer der ökonomischen Performancetreiber in vielen Fonds der Schoellerbank Invest AG und überzeugt zunehmend auch im Bereich Nachhaltigkeit (ESG).
Somit ist ASML ein Unternehmen das perfekt zum Nachhaltigkeitsmotto der Schoellerbank Invest passt: Nachhaltiges Investieren ist kein moralischer Imperativ. Nachhaltiges Investieren bedeutet „Smart Economy“. Während viele Unternehmen ESG als Zusatz betrachten, ist es bei ASML tief im Geschäftsmodell verankert.
- Besonders bemerkenswert ist, dass ASML Nachhaltigkeit nicht isoliert betrachtet. Die Maschinen des Unternehmens ermöglichen die Produktion moderner Halbleiter, die wiederum entscheidend für energieeffiziente Rechenzentren, Elektromobilität und die digitale Transformation sind. Damit wirkt ASML indirekt als Enabler der globalen Energiewende.
- Auch bei der Klimastrategie setzt das Unternehmen Maßstäbe. Während die direkten Emissionen bereits weitgehend neutralisiert wurden, liegt der Fokus vor allem auf der Nutzung der Maschinen bei Kunden. Hier entsteht der größte Teil der Emissionen – und genau hier setzt ASML mit Effizienzsteigerungen an. Dieser Ansatz zeigt ein tiefes Verständnis für die tatsächlichen Hebel nachhaltigen Wirtschaftens.
- Ein weiterer Pluspunkt ist die konsequente Umsetzung der Kreislaufwirtschaft. Rund 90 Prozent der zurückgeführten Komponenten werden wiederverwendet. Das reduziert nicht nur den Ressourcenverbrauch, sondern steigert auch die Wirtschaftlichkeit – ein klarer Beleg dafür, dass ESG und Profitabilität Hand in Hand gehen können.
- Auch in klassischen ESG-Dimensionen überzeugt ASML. Die Lieferkette wird aktiv gemanagt und ESG-Kriterien werden entlang der gesamten Wertschöpfung integriert. Gleichzeitig sind Nachhaltigkeitsziele fest in der Vorstandsvergütung verankert, was eine konsequente Umsetzung sicherstellt.
Dies wird auch von der Nachhaltigkeits Ratingagentur ISS ESG bestätigt. Hier gehört ASML zu den besten Unternehmen seines Sektors.
Das Fazit:
ASML verbindet technologische Führerschaft mit strategisch durchdachter Nachhaltigkeit. Für Investoren ergibt sich daraus eine seltene Kombination aus Wachstum, Resilienz und glaubwürdiger ESG-Qualität. Damit gehört ASML zu den überzeugendsten ESG-Stories im globalen Industriebereich.
ASML im Überblick
ASML - Kursentwicklung 5 Jahre (April 2021 - April 2026

Quelle: Bloomberg
Facts & Figures
Unternehmenssitz: Niederlande
Börsenplätze:
- Euronext Amsterdam (Hauptbörse, Währung: EUR)
- NASDAQ (USA, als registrierte ASML‑Shares/ADR, Währung: USD)
Marktkapitalisierung:
- Rund 506 Mrd. Euro (Euronext Amsterdam, Stand Mai 2026)
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